Sicher ist sicher ist sicher ist…

Man sorgt sich um uns in diesem Lande, erwähnte ich das schon einmal?? Wirklich!! Überall Kameras und Securityleute! Und ich habe schon des öfteren von „Gastarbeitern“ wie unsereins gehört, wie unglaublich SICHER sie sich aufgrund der Omnipräsenz der Männer und gelegentlich Frauen in blau fühlen..

Nun, offensichtlich ist das durchaus Ansichtssache! Ich für meinen Teil fühle mich nicht sicher, ich fühle mich eigentlich manchmal (fast) bevormundet!! Es ist ja auch eher so, dass ich gar nicht das Gefühl habe, beschützt werden zu müssen! Beschützt werden wovor? In einem Land, in dem man ohne Bedenken seine offene, mit dickem Portemonaie und neuestem Handy bestückte teure Handtasche (nein, von meiner kann hier nicht die Rede sein!!) vor der Toilette liegen lassen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass etwas geklaut würde!

In einem Land, in dem einem die Taxifahrer das im Taxi vergessene Portemonaie hinterherfahren! In einem Land, in dem die Kunden den Kassierern an der Kasse lauthals den Pin ihrer Kreditkarte zurufen, um weniger Umstände mit der Zahlung zu haben! (Ich bin da eher der Freak, weil ich an der Tankstelle, an der man hier ja eigentlich im Auto sitzen bleibt, zB aussteige, um den Pin selbst einzugeben! Anfangs dachte ich, die Leute glotzen, weil ich eben ne Frau mit vielleicht etwas zu knapper Kleidung bin, aber wahrscheinlich denkt man eher, ich spinne, weil ich mich aus dem Auto bemühe und nicht einfach meine Nummer sage und eintippen lasse!)

In einem Land, in dem die größte Sorge der Menschen, während man sich rund herum die Köpfe einschlägt und sich Sorgen wegen sexueller Belästigung und Terror macht, immer noch ist, wo man am nächsten Wochenende brunchen gehen sollte!

In einem Land, das im Großen und Ganzen (ganz besonders preislich) einer schönen, bunten, Disney-Seifenblase gleicht!

Nun, wie auch immer!! Werfen wir zum Thema „Sicherheit“ mal einen Blick auf den Alltag in unserem neuen Zuhause!

Wir wohnen ja nun wie schon erwähnt in so genanntem „Company-Housing“, also Wohnungen, die von der Firma des Mannes angemietet wurden und nun den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden! In diesem Falle wurde ein ganzes Gebäude „beschlagnahmt“ und nun nach und nach mit hauptsächlich Kabinenpersonal, sprich Flugbegleiter und -innen gefüllt! Unseres Wissens nach sind wir tatsächlich derzeit die einzige Familie hier (und ich wahrscheinlich die einzige erwachsene Person ohne Uniform)!

Unten im Foyer ist nun also eine kleine „Rezeption“, an der Tag und Nacht jeweils zwei Securitymänner sitzen! Die sind wirklich alle sehr nett! Aber eben auch sehr besorgt! Kommt Besuch, so muss dieser sich in eine Liste eintragen lassen, nicht ohne Telefonnummer und Ausweispapiere vorzuweisen! Sollten mehrere erwachsene Personen den Besuch antreten wollen, muss bitte auch jeder einzeln seinen Ausweis zeigen!  Dann erfolgt ein Anruf in unserem Appartement, der Gast wird angekündigt und es wird um Erlaubnis gebeten, diesen einzulassen!

Nun, angesichts der Tatsache, dass viele ledige Damen im Gebäude leben, mag dieses Verhalten eine Berechtigung haben, ja vielleicht sogar ganz praktisch sein, aber ich persönlich finde es eher nervig! Möchte eine Mutti nun kurz ihr Kind bei uns abholen, dauert der Vorgang der „Anmeldung“ ja fast länger, als der Abholvorgang selbst!!

Des Weiteren muss der Besuch das Gebäude bis 1 Uhr morgens auch wieder verlassen haben! Nun, jedenfalls betrifft das wieder das Kabinenpersonal! Übernachtungsbesuch nicht gestattet! Wo kämen wir denn da hin?? Ist schließlich ein anständiges Land und hier wird nicht übernachtet ohne Trauschein!!

Ein Dilemma natürlich für manch eine Kollegin oder Kollegen! Neulich klopfte es an unserer Tür und eine junge Dame stand vor unserer Tür! (Der aufmerksame Leser kann sich nun zusammenreimen, dass diese wohl aus dem Gebäude sein muss, wäre sie sonst ja nicht ohne Vorankündigung bis zu unserer Wohnungstür vorgedrungen!)

Durch Zufall wusste sie, dass hier ein Pilot wohnt und denen sind ein paar Privilegien zugestanden! Sie werden etwas mehr wie erwachsene Menschen behandelt, könnte man auch sagen! Wie dem auch sei, sie hatte nun die Bitte, der Mann möge doch bitte ihren bald anreisenden Verlobten als seinen Gast eintragen, damit dieser im Haus übernachten könne! Ihr würde das nämlich aufgrund oben genannter Gesetzeslage bzgl. vorehelichem Sodom und Gomorrhas nicht gestattet werden und es sei nicht wirklich genügend Geld da, um eine Übernachtung im Hotel zahlen zu können!

Nun ja, der Mann druckste rum, und versprach, es sich durch den Kopf gehen zu lassen, während ich im Hintergrund ausserhalb des Sichtfeldes der „Bittstellerin“ schon ein vehementes „Nein!!!“ signalisierte!!

Ich meine, es ist jetzt nicht so, dass ich dem verliebten Paar keine Zweisamkeit gönnte, aber bei Kameras in jedem Flur und unter dem ständig zwar netten aber wachsamen Augen des allseits anwesenden Sicherheitspersonals würde es wohl wie lange dauern, bis man sich wunderte, warum „unser“ Gast immer nur am Arm einer anderen Frau und nie im Beisein unserer Familie durch die Gegend wandern würde??

Und was würden dann wohl mit meinem Göttergatten passieren, wenn ein anderer Kollege aus einem Companyhousing der gleichen Firma einen Eintrag in die Personalakte bekommen hatte, nur weil er einmal etwas unfreundlich dem Hausmeister des Gebäudes gegenüber war?? So kurz nach grade erledigtem Umzug und mit drei kleinen Kindern wird man dann doch zum Egoisten!

(Der Mann teilte seine Entscheidung dann auch kurz darauf mit, nicht ohne schlechtes Gewissen, aber die Kollegin war wenig überrascht! Hatte wohl schon mehrere Versuche gestartet und war Absagen gewöhnt!)

Nun gibt es aber ja nicht nur einen „Hauseingang“ sondern auch eine Garageneinfahrt! Mit Schranke! Und…Securitymann!! Mittlerweile sind wir bekannt und die Schranke erhebt sich ohne weitere Probleme und mit freundlichen Gruß, aber anfangs war Geduld gefragt! Besonders, wenn ich ohne den Mann im Auto saß! Und noch viel mehr, wenn ich nach 20 Uhr auftauchte, wenn die Nachtschicht da war, die mich und die Kinder eher selten bis noch gar nicht zu Gesicht bekommen hatte!

Da wurde nun also nach meiner Appartementnummer gefragt! Ich antwortete brav! Blättern in langer Liste!! Fragendes Gesicht! Nochmaliges Nennen der Appartementnummer! Gesicht weiterhin fragend! Offensichtlich keine Übereinstimmung mit Liste?! Stattdessen Frage, ob ich mir sicher sei, dass ich nicht draussen parken müsse! Nein!! Ganz sicher!! Fahre seit nun knapp 3 Wochen mehrmals täglich durch diese Schranke!!

Hmm, Appartementnummer again?! Also, nochmal! „Aber das ist ein Familienappartement!!“ Aha, das mir bereits bekannte Problem! Man hält mich für eine Flugbegleiterin, weil Frau! Und die wohnen hier ja nicht im Familienappartement, sondern in WG´s!! „Ja, richtig!! Ich bin die Frau, mein Mann ist der Pilot und das da hinten (Geste Richtung vollbesetzter Rückbank ) ist die zugehörige Familie!! Könnte ich denn nun bitte zu meinem Parkplatz??“ Sicherheitsmann wirkt wenig überzeugt! Muss nun noch Personalnummer und Namen nennen! Sicherheitsmann zweifelt! „Bitte, sagen Sie mir, was für eine Info Sie brauchen, damit ich rein kann!! Ich habe drei müde Kinder im Auto!“ Ja, so richtig weiß er das wohl selbst nicht und antwortet schließlich: „Ok! Aber bitte nochmal an der Rezeption oben melden!!“ Schranke öffnet sich!! „Jaja, ich werde sie schön von Ihnen grüßen!!“ Meine Güte!!!

Ein weiteres Lieblingsthema für mich ist hier die „Sicherheit“ am Pool- und Spielplatzbereich! Dieser befindet sich im ersten Stock und ist ebenfalls „bewacht“! Vom Lifeguard, den man hier in diesem Land an wirklich jedem Pool findet (außer den im Garten eines Einzelhauses befindlichen, nur falls hier jetzt jemand pingelig werden möchte)! Nun darf der gute Herr ja auch mal schlafen und ist daher nicht daueranwesend! Nutzungszeiten 10 Uhr bis 22 Uhr! Möchte man also um beispielsweise 9:30 Uhr morgens auf den Spielplatz, so ist das nicht möglich, da Pool und Spielplatz quasi nebeneinander ihr Dasein fristen.

Neulich aber stand ich um 11:30 Uhr mit drei bewegungsbedürftigen Kindern vor verschlossener Türe! Entnervter, fragender Blick zum „Bewacher“ des dort auch befindlichen Fitnessraumes: „Oh, Lifeguard not there! Maybe ask for the key in the lobby!“

Nun gut, also zur Rezeption, Anliegen vorgebracht! Erstaunte Blick ob meiner Aussage bzgl. des „fehlenden“ Lifeguards! Nun lag es ja auch gar nicht in meiner Absicht, diesen anzuschwärzen, dachte ja auch, dass die Tatsache bekannt sei! Ich wollte ja nur den Schlüssel, um mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehen zu können! Ist ja nicht so, dass ich sie ins Wasser schubsen wollte! Aber nein, entschuldigender, aber knallharter Blick!! Kein Lifeguard, kein Spielplatz! Bitte?? Ich bin ja noch in der Lage, selber auf meine Kinder aufpassen zu können?! „Nein!! Not possible!! I´m really sorry!!“ Na, immerhin!! Stattdessen aber ernsthafte Bemühungen, den jungen Mann schnellstmöglich an den Laden zu kriegen! Tat mir ja nun auch leid, wollte niemanden verpetzen, nur AUF DEN SPIELPLATZ!! Soviel aber zum Thema „Bevormundung“…

Und nun Topthema und Auslöser regelmäßiger Angstfaktor für Ida!! Der FEUERALARM!!!

Einen solchen gibt es wahrscheinlich in jeden Hochhaus aus Sicherheitsgründen!! Ist ja auch grundsätzlich nichts gegen einzuwenden und auch in der alten Wohnung wurden wir von diesem regelmäßig „belästigt“! Gebrannt hat es da selbstverständlich nie, dafür alarmierte er nur auffällig oft zu den Essenszeiten!

Aber kein, wirklich absolut kein Feuermelder ist so empflindlich, äh SICHER wie der in unserem Gebäude!

Teilweise mehrmals täglich bei mindestens 3-4 Tagen in der Woche geht der Alarm hier los! Und wir sprechen von einem Gebäude, dass bis jetzt nur zu einem Bruchteil bewohnt ist! Nun ist das Geräusch an sich besonders im Vergleich zur alten Wohnung, in der man sich die Ohren zuhalten und am besten in nicht mit Lautsprechern ausgestattete Badezimmer flüchten musste, sehr dezent! Wäre da nicht die Angst, die der Ton und die freundliche um Ruhe bittende Computerstimme bei unserer Großen auslösen würde!

Eines Tages ging ich dann mal freundlich nachfragen, woran dieses häufige Anschlagen denn liegen würde und ob man nicht ein wenig an der Empfindlichkeit justieren könne! Nein! Könne man selbstverständlich nicht! „It´s for safety reasons!!“ Ja, natürlich!! Die allgegenwärtigen Gefahren! Stattdessen noch ein vertrauliches Augenrollen und ein, zwei Geschichten von offensichlich leichtsinnigen Bewohnern des Gebäudes! „Einmal hat sich eine Dame sogar zu heiß die Haare geföhnt!!“ Verschwörerischer Blick…

Hä?? Und dann?? hat sie jetzt eine Kurzhaarfrisur oder soll mir das sagen, dass es sich hier um einen offensichtlich hysterischen Feuermelder handelt!! Ich meine, wie sonst würde sich dadurch der Rauchmelder auslösen lassen??

Selbst wenn man in der Wohnung raucht (das Wetter gibt Rauchen im Freien/auf dem Balkon einfach nicht her, das muss man schon verstehen!!), wie sehr muss man denn gegen den Rauchmelder blasen, um ihn anschlagen zu lassen??

Aber gut, man muss mit der Sache leben anscheinend, zumal auf Emails an die Firma ob dieses Problems nicht reagiert wird! Warum auch, schließlich geht es hier um die SICHERHEIT!! Und wenn eines bei einer Airline großgeschrieben wird, dann ja wohl selbstverständlich das!!

Und da mehrmals täglich mehrmals in der Woche noch nicht reicht, erfreute ein Infozettel im Fahrstuhl mein Gemüt! Jeden Samstag zwischen 15 und 17 Uhr werden nun ein Probealarm stattfinden!! Puh!! Ich wollte schon anfangen, mir wirklich Sorgen zu machen!!!

Die hebe ich mir nun aber lieber auf für unser Leben „danach“!! In einem Haus ohne Sicherheitsbeauftragten!! Oh je, wie soll das nur werden….?

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Stri-Stra-Sandgeschichten!

Jaa, das Wetter hier rückt endlich wieder in den Bereich des Erträglichen, der Aufenthalt draußen wird reizvoller und nicht bloß eine reine „1 x am Tag müssen wir aber mal raus!“-Pflichtveranstaltung, die den Kreislauf und die Schweißdrüsen an ihre Belastungsgrenzen bringt!
Diese Stimmung und der Blick auf den Strand vor der Tür (noch!), erinnerte mich heute an eine Begebenheit im letzten Jahr, von der ich kurz berichten möchte!

Wir gehen an den Strand! Schwiegermutter, Kinder und ich! Es ist knapp halb 11 Uhr am Vormittag. Kurzer Blick nach rechts und links, alle Liegen sind belegt! Wir legen uns in den Sand, die Kinder spielen! Ich sehe mich um, Menschenmenge am Strand noch überschaubar! Der Blick wird kritischer! Auch ein mathematisch und analytisch ungeschultes Auge kann erkennen, dass nicht alle (von Handtüchern) belegten Liegen wirklich auch von dazugehörigen Menschen belegt sind! Wir sind doch hier nicht auf Mallorca! Ich ärgeren mich! Ca. 20 Minuten! Marschiere zu den 4 (!!!) hinter uns befindlichen Sonnenliegen, die seit der halben Stunde, die wir schon hier sind, einzig den Handtüchern als sandfreier Ablageort dienen! Ich nehme eines der Handtücher und lege es ordentlich auf die Nachbarliege! Ziehe die nun frei „gewordene“ Liege zu uns! So!! Die spinnen ja wohl!!
Die Spur im Sand weist eindeutig den Weg zum neuen Standort der so sorgfältig blockierten Liege! Entdecke kurz einen Anflug schlechten Gewissens in meiner anscheinend recht wohlerzogenen Seele! Und die Sorge, aufgrund der Spur „erwischt“ zu werden. Verwischen die Spur.. Nicht, dass es nun weniger offensichtlich wäre… Rufe mich dann aber selbst zur Ordnung!! Wer ist denn hier auf der rechten Seite des guten Benehmens? Ärger?? Wäre sehr interessiert an der Argumentation der „Liegenblockierer“!

Schwiegermutter sonnt sich! Nun macht Lotje ein Mittagsschläfchen und ich möchte jetzt lesen!! Auf einer Liege! Räume also die nächste der ehemals vier Strandstühle frei, ziehe sie zu uns! Herrlich!
Mittlerweile sind wir schon eine Stunde am Strand! Um uns herum viele Menschen im Sand! „Los, da gibt es noch 2 freie Liegen“ möchte ich rufen!! „Nehmt sie Euch!“ Ich tue es aber nicht!! Zu norddeutsch! Wundere mich stattdessen darüber, dass es Menschen gibt, die so dreist und wiederum Menschen, die zu höflich sind, um dies Verhalten zu unterbinden!! Spiele mit dem Gedanken, die verbleibenden Handtücher in den Sand zu werfen, um auch die anderen beiden Liegen „an den Mann“ zu bringen! Mittlerweile sind es schon fast 2 Stunden!
Der Mann kommt!! Ich berichte! Ich muss ausserdem jetzt gehen, Mittag kochen usw.! Schade!! Würde den Auftritt der „Verantwortlichen“ und deren Blick auf die nun nicht mehr belegten Liegen gerne miterleben!! Naja…stattdessen Abgang meinerseits! Nicht jedoch, ohne doch noch eine Liege freizuräumen! Einfach nur so!!
Folgendes nun nur noch aus zweiter Hand: Wieder vergeht eine knappe Stunde!! Es ist nun Mittag! Den ganzen Vormittag wären die Liegen jetzt schon blockiert gewesen! Ein Paar kommt an den Strand, gefolgt von einem Jungen! Der Mann, grade dabei, eine ebenfalls schon ewig von nichts als einem Handtuch belegte Liege an anderer Stelle „freizuräumen“ (ach, ich liebe es, dass mein Mann genauso „tickt“ wie ich!!), ruft den Leuten zu: „Da hinten sind noch Liegen, die können Sie nehmen! Die blockiert jemand schon den ganzen Vormittag!“ Die Frau murmelt etwas, der Mann guckt betreten zu Boden! Beide gehen zu den von D. gezeigten Liegen und…sammeln die dort übereinandergestapelten Handtücher zusammen!! ERTAPPT!! Na, wenn das mal kein Treffer war!!!

Geburtstagssongs und sandiges Steak..

Nun möchte ich mal von einem schönen Erlebnis berichten, einem, der mal wieder gezeigt hat, was das Leben in einem solchen Multi-Kulti-Land wie den Emiraten eben aus- und besonders macht!

Wir waren Grillen in der Wüste! Nach über einem Jahr endlich mal wieder!

Die letzten Anläufe vor dem Sommer (in den heißen Monaten ist es natürlich wenig erstrebenswert, sich in den sonnigen Sand zu setzen, möchte man nicht selbst das Grillgut werden) scheiterten immer wieder am Dienstplan des Mannes, der an den Wochenenden zumeist in anderen Teilen der Welt unterwegs war oder aber an Sandstürmen, die tatsächlich mit schöner Regelmäßigkeit an diversen Wochenenden in Folge am Freitag aufzogen und jeden geplanten Wüstentrip verwehten.

Es ist ausserdem so, dass man immer mit mindestens zwei wüstentauglichen Autos in die Wüste fahren sollte, für den nicht seltenen Fall, dass man sich festfährt oder sonstige Pannen hat. Idealerweise schließt man sich also wüstenerfahrenen Fahrern an, die nette „Spots“ kennen und wissen, wie man diese ohne allzu große Überraschungen erreicht! Von Abu Dhabi aus gelangt man an diese Fleckchen in der Regel in ca. 1- 1,5 h!

Letztes Mal schlossen wir uns einem Grüppchen von insgesamt 4 Autos an und genossen einen entspannten Tag und Abend!

Dieses Mal folgte wieder ein allgemeiner Aufruf per Rundmail, dem wir uns gerne anschlossen, da der Mann endlich mal wieder frei hatte und sich zudem Besuch aus Deutschland angekündigt hatte, denen wir diese Gelegenheit natürlich nicht vorenthalten wollten!

Beim Treffpunkt angekommen, einer Tankstelle, denn kein Auto darf „unvollgetankt“ mitkommen, stellte sich die „Reisegruppe“ als ungleich größer heraus, als beim letzen Mal. Ganze 14 Wagen zählten wir, viele davon „fully equiped“,Anhänger mit Quads etc..Familien, Singles, Paare, Schwestern, Tanten, Kinder, alles dabei! So machten wir uns auf den Weg in den Sand!

Es ist immer wieder ein Erlebnis, finde ich. Erst beginnen sich die Dünen direkt neben der Autobahn zu erheben, ab und an sieht man dann da schon die ersten Kamele entlanglaufen, später fährt man dann auf den sogenannten „Truckroads“, asphaltierten, aber eben abgelegeneren Nebenstraßen, die hauptsächlich von LKW´s genutzt werden, immer tiefer in die Wüste hinein, rechts und links immer wieder Kamelfarmen, die nicht mehr sind, als ein paar mit dünnem Maschendraht eingezäunten Quadratmeter Sand und ein Zelt, in dem der „Hirte“ wohnt.

Dann irgendwann verlässt man die befestigten Straßen und fährt hinein in die Dünen, meist auf immer noch sandigen, aber festgefahrenen Wegen, die aber eben auch jederzeit mal verweht und somit schwer passierbar bzw. zum Festfahren prädestiniert sein können! Um frei laufende Kamele von den Straßen fernzuhalten, sind entlang der Truckroads dünne Zäune gespannt, in die „richtige Wüste“ gelangt man durch Tore! (Ähnlich habe ich das aus Schottland in Erinnerung, wo freilaufende Schafherden durch Zäune oder spezielle „Rollübergänge“ anstelle von Toren, die für Huftiere nicht überquerbar sind, am zu weitläufigen „Freilaufen“ gehindert werden.)

Auf den Sandwegen selber liegen aber gerne mal ein paar Tiere rum und ruhen sich aus..Hat mich dieses Mal sehr zum Lachen gebracht, weil der Mann wild hupend und mit sehr viel Schwung über grade an dem Punkt sehr sandige und hügelige Teile des Weges zu fahren versuchte, an dem eben ein Haufen sich sehr langsam bewegender und wiederkäuender Kamele lag, während wir anderen Insassen wild hin und her geschüttelt wurden! Natürlich erfolgreich, festgefahren hat sich ein anderes Auto!

Angekommen am „Grillplatz“ holten erstmal alle ihr „Equipment“ raus, je nach Wüstenaffinität mehr oder weniger professionell! Klappstühle und -Tische gehören dazu, ebenso natürlich Essen, Trinken und ein paar Lichtquellen! Man vergisst, wie dunkel es dort in der Wüste werden kann. Und bei einem Sonnenuntergang gegen derzeit 18 Uhr, geht das mit der Dunkelheit sehr schnell!

Bewundert wurde natürlich besonders die Grillausrüstung der deutschen Teilnehmer! Aber wenn deutsche Männer eines können, ist das natürlich grillen, da macht man auch am anderen Ende der Welt keine Ausnahme!;)

Ebenso bewundernswert auch „Crocodile Dundee“ genanntes Reisegrupenmitglied! Garantierter Gewinner des „coolstes Auto“-Contests, ginge es nach Bosse! Noch vor 2 Tagen erzählte er mir, dass er gerne einen großen Pick Up mit Ladefläche und Scheinwerfern auf dem Dach haben möchte und „Tadaaa“, da stand das besagte Auto! Knallrot! „Crocodile Dundee“ selbst ebenso ein Bild von einem Mann! Irgendjemand „Sex and the City 2“ gesehen? Spielt in Abu Dhabi und während des Wüstenausflugs der vier Grazien taucht in einem Jeep ein natürlich gut aussehender Typ auf, Tuch um den Kopf gewickelt, offenes Hemd!! So in etwa!! Naja, mindestens 20 Jahre älter, einen Kopf kleiner und im offenen Hemd vielleicht ein klitzekleines bisschen weniger ansehnlich, aber wer will da so kleinlich sein??

Wo genau er herkam, vermag ich gar nicht genau zu sagen, wohl aber, dass es wirklich ein nettes Durcheinander an Menschen aus aller Welt war. Libanon, Spanien, Schweden, China, Argentinien, Deutschland, Tunesien, Frankreich.., die einen sitzend und redend, die anderen über Dünen kletternd, die Gegend erkundend, anderen wiederum auf den mitgebrachten Quads ihre Runden drehend.. und dann natürlich noch ein Gruppe von Leuten, die sich mit entsprechenden Autos ein wenig tiefer in die Sandberge hinein trauten.

„Dune bashing“ nennt man das Ganze! Luft ablassen, (jeder, der etwas auf sich und seine Ausrüstung hält, hat natürlich einen Kompressor dabei, um die Luft später natürlich auch wieder zurückpumpen zu können…wir nicht..) und ab geht die Post!

Kann hier aufgrund meines eher untauglichen Magens hinsichtlich achterbahnartiger Belastungen nicht viel Persönliches beisteuern, hab mir aber sagen lassen, dass es recht amüsant sein soll, wenn das Auto ständig kurz vorm seitlichen Um- und Abstürzen steht..

Besonders nett und das Multi-Kulti deutlich machend, als der Geburtstag eines der „Organisatoren“ mit einem Sektchen (ach, schön, so ein bißchen Alkohol;)) und Ständchen bedacht wurde. Erst das englische „Happy Birthday“, dem dann die arabische Variante folgte, dann die deutsche, die spanische, die schwedische…

Alles Menschen von überall aus der Welt, die irgendwelche Umstände an diesen Platz im Nirgendwo gebracht hatte und die nun friedlich einen Abend miteinander verbrachten!

Wiedersehen werden wir wohl nur wenige von ihnen und kenne auch nur einige Namen, aber doch wird mir der Tag auf jeden Fall in Erinnerung bleiben!

Mieten,Kaufen,Wohnen – letzter Teil!

So, um mit dem Wohnungsthema nicht endlos zu langweilen, weder den werten Leser noch mich selbst, haben wir das Ganze heute mal zu einem Ende gebracht!! Wir haben bei einer anderen Wohnung zugesagt!

Aus Unlust zum Umziehen hatten wir uns dazu entschieden, unserer ja eigentlich schon wegen besagter überzogener Mietforderungen abgesagten Wohnung und dem eventuell ja nur an kurzzeitigem Größenwahn leidenden Vermieter eine Chance zu geben und uns nochmal zu einem Gegenangebot herabgelassen (hört sich irgendwie besser an, als „nochmal angekrochen gekommen“)! Einem immer noch überzogenen, aber für uns irgendwie finanziell noch machbaren Angebot! Das war vor zwei Wochen und seither „bespricht“ sich der Herr mit seinem Partner und ist telefonisch nicht erreichbar…!

Wir, in der Zwischenzeit nicht untätig und tatsächlich doch noch fündig geworden im „Fundus“ des Company Housings, reicht es nun, denn so ganz zum Hampelmann machen wollen wir uns hier ja nun doch nicht!! Soll sich nun also ein anderer Mieter an den ständig defekten Klospülungen und der seit einem Jahr noch immer nicht reparierten Dusche erfreuen (nicht so schlimm, gibt ja noch 3 andere!)! Irgendeinen Deppen gibt es ja immer, der denkt, teuer heißt automatisch gut!

Wir werden also bald am anderen Ende der Stadt residieren. In einem quasi grade erbauten 30- stöckigen Häuschen, so neu, dass unterm Waschbecken die glimmenden Zigarettenstummel der Handwerker liegen und an den Fahrtstuhltüren noch die blauen Schutzfolien kleben. (Das hat hier nicht viel zu sagen, Schutzfolien sind beliebt und werden gerne länger als nötig an Ort und Stelle belassen, besonders oft gesehen in neu erworbenen Autos, die noch monatelang mit Folien auf den Sitzen und an den Türen umhergefahren werden! Da perlt dann der Schweiß so schön ab…)

Es gibt einen hübschen Blick aufs offene Meer, von dem ich mir dann innerhalb der nächsten Monate endlich mal eine Delfinsichtung verspreche sowie einen, den steten Fortschritt symbolisierenden Blick auf diverse Baustellen!!

Die Insel, auf der unser zukünftiges Domizil liegt, Al Reem Island, wird schätzungsweise auch noch die nächsten 10 Jahre der Traum eines jeden „Bob der Baumeister“-Fans und dann irgendwann wohl tatsächlich mal ein hübsch anzusehendes Plätzchen sein mit Mangroven und Palmen und netten Wasserstraßen. Nichts, was wir noch zu erleben planen, nicht vor Ort jedenfalls, aber nun gut! Die Wohnung ist neu und vor allem verhältnismäßig leise und ebenso verhältnismäßig dicht an der Schule!

Als etwas gewöhnungsbedürftig möchte ich die bislang dort residierenden Nachbarn bezeichnen, die sich dem ersten Eindruck nach zu 99% aus Stewardessen zusammenzusetzen scheinen! Ich war selber mal eine, ich darf also lästern. Näher möchte ich mich dazu aber erstmal nicht äußern, sondern mir besagten ersten Eindruck erstmal bestätigen oder aber, und das natürlich sehr viel lieber, widerlegen lassen!

Ich freue mich jedenfalls schon mal auf die ersten Reaktionen am Pool, wenn meine Kinderschar mit Geschrei und Gebrüll die schöne Ruhe stört und mit Spritzwasser die perfekt gestylten Frisuren ruiniert!

Wohnungsnöte Teil 101..

So, noch keine konkrete Entscheidung an der Wohnungsfront!

Es gibt von der Firma angebotene „Alternativen“, sogenanntes Company Housing! Da zieht man dann einfach ein und später wieder aus, ohne auch noch Courtage oder Kaution aus der Tasche gezogen zu kriegen! SUPER, mag man sich da vielleicht denken und als der Mann mit gleich 2 Wahlmöglichkeiten nach Hause kam, waren wir guter Dinge und frohen Mutes!

Nummer 1 eine Villa, Nummer 2 eine große Wohnung! Villa in der Pampa, Wohnung in der Stadt! Fotos vielversprechend! Spontan gefiel mir der Gedanke an die Stadt und somit den kürzeren Schulweg! Lage zwar im 1.Stock an 6-spuriger Hauptstrasse, jedoch, so sagte man uns im Büro, wäre die Wohnung nach hinten ausgerichtet, Lärm sollte also kein allzu großes Problem sein.

Nun, wenn man da so in einem Büro sitzt, fern von allem mit leiser im Hintergrund dudelnder Entspannungsmusik, kann man sich anscheinend auch mal irren, denn aus wirklich keinem der 4 Zimmer, wie wir vor Ort feststellen durften, bleibt einem der Blick auf und dank wenig bis wahrscheinlich eher gar nicht schallisolierter Fenster auch die Geräuschkulisse der erwähnten Strasse erspart! Naja gut, die Küche und der obligatorische Maidsroom verfügen einfach über gar kein Fenster nach draussen, da könnte man sich dann vielleicht eine kleine Ruheoase einrichten…wäre da nicht, und man beachte die Feinheit des vorangegangenen Satzes „kein Fenster NACH DRAUSSEN“, ein Fenster zum..ja, wohin überhaupt? Das fragten wir uns auch und öffneten die Milchglascheibe! Zu einem großen Schacht, der nach oben und unten führt und diverser Rohre etc. beherbert, die, wahrscheinlich, um den Geräuschpegel konstant und das Ohr daran gewöhnt zu halten, ebenfalls Ruhestörendes von sich geben..(hmm, bevor die Kinder auf abenteuerliche Ideen hinsichtlich einer Versteckmöglichkeiten in diesem Schacht kommen, hätten wir hoffentlich den Auszug schon wieder hinter uns gebracht…)

Vom allgemeinen Zustand der anscheinend vor kurzen erst FLUCHTartig verlassenen Wohnung (den wild verstreut herumfliegenden Kleiderbügeln, Kleidungsstücken, Flaschen etc. nach zu schließen..) mit aufgeplatzten Wänden durch Wasserrohrbruch etc. mal ganz abgesehen, fanden wir die Aussicht, dort zu wohnen und vom konstanten Hupen (nicht nur Strasse, auch noch Ampeln direkt vorm Fenster und keine Ampelphase hier ohne sich zum Hupen genötigt fühlende Autofahrer!), Gasgeben (Jaaaa, ein ganz toll getuntes Auto habt Ihr da!!!) geweckt, wachgehalten und in jeder eventuell mal anstehenden Ruhephase gestört zu werden, wenig erquickend!! Wir SNOBS!!! Ich weiß!!

Aber sogar mein bescheidenes großes Töchterchen guckte mich bei der Besichtigung mit großen Augen an und sagte: “Mama, das ist aber seehr laut, hier möchte ich nicht so gerne wohnen…“!

Naja, auf dem Rückweg beschlossen wir dann, noch schnell zumindest die Lage der Alternativ-Villa zu checken! Ich gestehe, dass ich zwar voreingenommen war ob der seeeehr abgelegenen Positionierung im Wüstenstaat, aber grundsätzlich offen..Ein Häuschen mit Outdoor-Möglichkeiten ist ja auch nett..zumindest für die Wintermonate..!

Aber schon auf der Fahrt dahin wurde der Blick immer skeptischer, das im Kopf vorgefertigte Bild immer bestätigter! Die Villa befindet sich im NICHTS! Im Nichts mit eigener Wüste und inmitten einer Geisterstadt voller halbfertiger oder irgendwann einfach nicht weitergebauter anderer Häuser, ab und an ein offensichtlich bewohntes Haus, einem umgekippten Fahrrad vor der Tür nach zu schließen, daneben dann wieder eines, das schon kurz vorm Zerfall ist, dazu ganz viele Bauzäune, umgekippt, im Wind lustig flatterndes Plastik hier und da, über die einsamen Straßen rollende Getränkedosen, keine Menschenseele zu sehen, kein Leben, kein Laden..

Ohne Weiteres könnte man den nächsten Endzeitfilm in dieser Gegend drehen…fehlen nur noch die Zombies, die nach Sonnenuntergang auf der Suche nach menschlicher Nahrung durch die häuslichen Überreste streifen, aber nur noch umherstreunende, abgemagerte Katzen erwischen…

In dieser Gegend soll ich meine Familie als Nahrung ausliefern?? I don´t think so!

Das aber natürlich war nicht meine offizielle Begründung, die ich dem Mann resolut in Form eines deutlichen „AUF GAR KEINEN FALL!!“ an den Kopf warf! Die lieferte mir der Blick aufs Navi, in das ich die Adresse der deutschen Schule eingab! 160 km täglich, nur um die Kinder zu Schule und Kindergarten zu befördern, von Besuchen bei Freunden, die nämlich NIE zu uns kommen würden, sollten wir dort einziehen, mal ganz abgesehen!

Also, der so hoffnungsvoll begonnene Tag endete mit..ja, mit was eigentlich?

Einem resignierten und den hiesigen Begebenheiten angepassten: „Ach naja, wir haben ja noch 6 Wochen Zeit…!“

Einblicke in die abenteuerliche Gedankenwelt des hiesigen Vermieters!

So oder so ähnlich möchte ich nennen, was uns in den letzten Tagen ein wenig den Nerv geraubt und zumindest mich so langsam in einen geistigen Zustand des resignierten „mir jetzt auch echt sch..egal“-Schulterzuckens getrieben hat!

Beschrieb ja neulich schon die etwas ausufernden Preisentwicklungen auf dem Wohnungsmarkt in Abu Dhabi!
Nun haben wir schwarz auf weiß, dass Größenwahn und Raffgier leider auch vor unserem Vermieter nicht halt gemacht hat! Und dass er dieses noch nicht einmal als solches erkennt, sondern sich als „fair“ und einer jungen Familie, wie wir es eine sind, entgegenkommend empfindet!

Die Fakten?
Nun, da unser jährlicher Vertrag Ende November ausläuft und die Miete selbstverständlich erhöht wird, erwarteten wir schon mit Spannung den neuen, willkürlichen Preisvorschlag seitens des Wohnungseigentümers! Im letzten Jahr wollte er statt der anfangs gezahlten 180.000 DH 190.000 DH haben, ließ sich „freundlicherweise“ aber auf 185.000 DH runterhandeln!
In diesem Jahr lautete sein Vorschlag 195.000DH! Aber bitte dieses Mal nicht verhandelbar! (Hallo?? Wo sind wir denn hier? Ich denke, es sei fast schon beleidigend, wenn man NICHT handelt!! )
Nein, schließlich zeige man sich schon überaus entgegenkommend, es lägen schließlich Anfragen von Mietern vor, die bereit wären, 210.000 DH und mehr zu zahlen! Aber da wir nette Menschen mit kleinen Kindern seien, wäre er bereit, uns für dieses, wie er findet, sehr faire Angebot weiterhin in seinem Appartement residieren zu lassen!
So weit, so gut! Dass die Mietpreise hier übertrieben sind, ist uns ja auch durchaus bewusst und letztendlich wollen wir ja auch nicht verantwortlich dafür sein, dass der gute Mann am Ende unseretwegen auf den vergoldeten Schaltknüppel im neuen Ferrari verzichten muss, daher lehnten wir nicht sofort ab!

Dafür hatten wir ja auch eine noch ganz andere Anfrage und hofften hierbei auf ein ebenso „faires“ Verhalten und Entgegenkommen seinerseits! Denn da ja Ende Juni nächsten Jahres das endgültige Ende des „Abenteuers Wüste“ zumindest für die Kinder und mich vorgesehen ist, (Betonung auf „vorgesehen“!!) wollen wir die Wohnung eigentlich nur für 7 weitere Monate mieten! Eher unüblich für „hier“, aber eben manchmal notwendig und auch durchaus möglich, wie aus anderen Quellen berichtet! Unserer Rechnung nach würde das dann also einen Mietpreis von knapp 114.000 DH machen, evtl. etwas mehr, als „Gebühr für den Mehraufwand“ sozusagen!
Von dem noch verbleibenden Rest des jährlichen Mietzuschusses der Firma müsste der Mann sich dann die verbleibenden 4 Monate bis zu seinem Vertragsende Anfang November 2016 mit einem WG- oder Hotelzimmer „durchschlagen“..

So der Plan! Es folgte ein Anruf beim Vermieter und Vorbringen unseres Anliegens! Da wir den Herren letztes Jahr einmal persönlich kennengelernt hatten, was nicht üblich ist, und einen selbstverständlich ÜBERAUS positiven Eindruck vom Zustand der Wohnung und uns als Mietern hinterlassen hatten, erhofften wir uns eine ebenso positive Antwort!
Er müsse darüber nachdenken, hieß es, sich mit seinem Partner besprechen und sich dann bei uns melden! Das tat er dann auch! Mit folgendem Angebot: 195.000 DH für ein Jahr, sollten wir jedoch im Sommer einen Nachmieter präsentieren, würde er sich bereiterklären, uns die Restsumme zurückzuerstatten, was er für ein SEHR FAIRES Angebot halten würde! (Sollten wir niemanden finden, weil, was weiß ich, die Preise bis dahin wieder ins Bodenlose gefallen wären, woher soll man das hier schon wissen??, bleiben wir halt sitzen mit unserer zuviel gezahlten Miete! Man muss aber auch wissen, dass es ansonsten bei vorzeitiger Kündigung eines Mietvertrages, sprich, bevor das Jahr eben abgelaufen ist, auch üblich ist, 2 Monate „Strafe“ zu zahlen, daher vielleicht tatsächlich ein wenig entgegenkommend..)
ODER, und hier wird es nun besonders willkürlich und/oder kreativ, ganz wie man möchte, wir würden tatsächlich nur bis Ende Juni mieten, dafür dann aber eine Miete von ca.150.000 DH zahlen, was umgerechnet in etwa einer Jahresmiete von 250.000 DH entspräche!! HÄ???
Wo kommt denn nun diese Summe her?? 35 % Mietsteigerung?? Wofür??
Wird uns für die verbleibenden Monate noch ein Butler zur Verfügung gestellt, eine Putzfrau, die die demnächst neu zu installierenden Goldwasserhähne polieren wird? Wöchentlich eine Flasche Champagner oder ein Streichelzoo mit Pony auf dem Balkon?? Mir wäre auch ein Babysitter recht oder ein Krippenplatz für Lotje im hier neu eröffneten Kindergarten, wenn ich es mir so recht überlege..
Aber wenn wir das so richtig verstanden haben, würden wir uns mit dieser Summe einfach nur das „Privileg“ erkaufen, so richtig „verwegen“ von der üblichen Mietdauer von 12 Monaten abweichen zu dürfen!

Jedenfalls, so sagte der Raffzahn Vermieter noch, erhoffe er sich eine Einigung, wäre es doch dann eine „win/win“-Situation für uns beide.. Ja, da steh ich grade etwas auf dem Schlauch, vielleicht kann mir mal jemand erklären, wo sich da das „win“ für uns versteckt hat!!

Naja, ich geh jetzt jedenfalls mal meine Einstellung zum Thema „Fairness“ überdenken, denn vielleicht liegt der Denkfehler ja durchaus auch bei mir und es wäre, zumindest meinem Verständnis nach, wenig „fair“, jetzt die ganze Schuld hierfür auf dem guten Mann abzuwälzen..

Bis dann…

Das Märchen vom kaputten Auto…

Das Meckern geht weiter…

Folgendes: Vor den Sommerferien ist mir einer ins Auto gefahren!! Nicht schlimm, nur ein dicker, fetter Kratzer und, schon etwas schlimmer, große, erschreckt dreinblickende Kinderaugen!Erfreulicherweise nahm der Fahrer des anderen Wagens gleich alle Schuld auf sich (war ja auch Schuld, hat aber ja nicht immer viel zu sagen!) und auch das folgende Prozedere der Unfallaufnahme durch die hiesige Polizei verlief angenehm schnell und unkompliziert! (Haben ja genug Routine hier;)!) Nachdem ich dem Fahrer nochmal ein ordentlich schlechtes Gewissen gemacht hatte, indem ich ihn einen Blick auf meine vollbesetzte Rückbank hatte werfen lassen, bekam ich also einen Zettel für die Versicherung und fuhr meiner Wege!

Der eigentliche Plan für die Reparatur war, dass der Mann diese in den Sommerferien erledigen lassen würde, so dass das Wägelchen zum Schulbeginn und für die tägliche Reise zur Lehr- und Betreuungsanstalt wieder frisch lackiert zur Verfügung stände!!

Nun fielen die ersten zwei Wochen unserer Abwesenheit allerdings in den Ramadan und da arbeitet alles hier etwas langsamer und Termine waren nicht mehr zu kriegen, dann war der Mann selbst in Deutschland! Blieben also nochmal zwei Wochen nach seiner Rückreise nach Abu Dhabi, aber da musste er viel fliegen und das Ganze verzögerte sich bis zu unserer Rückkehr!

An einem Tag ist der Schaden nicht zu beheben, also benötigten wir einen Mietwagen, den die Versicherung auch bezahlen würde..Der Mann machte also einen Termin mit der im furchtbaren Stadtteil Mussafah gelegenen Werkstatt aus! Furchtbar deswegen, weil brechend voll, unübersichtlich, abenteuerlich befahrbar, überall gleich aussehend, schlecht beschildert, etc… (als der Mann damals in der Anfangszeit in einem Anfall jugendlichen Leichtsinns ein Motorrad in einem in Mussafah gelegenen Geschäft kaufte und uns klarwurde, dass er das neu erstandene Spielzeug auch würde von dort aus nach Hause fahren müssen, wurde mir ganz anders…die Kreisverkehre dort überstehe ich in der Regel nur mit „Augen zu und durch!“ und der naiven Hoffnung, schad- und kratzfrei auf der anderen Seite wieder rauszukommen!)

Fragte am Telefon auch gleich nach einem „replacement car“ (Ersatzwagen), um den Rückweg und unsere nächsten, wie immer vom Auto abhängigen Tage zu sichern! Yes, replacement car sei auch da! Wunderbar! Mann fuhr los! Mann rief halbe Stunde später wutentbrannt an und schimpfte! KEIN replacement car vor Ort, man habe am Telefon „replacement PARTS“ (Ersatzteile) verstanden! Dann also wieder nach Hause! Ohne Ersatzwagen ging es nicht!

Am nächsten Tag zur Versicherung! Sollte der gute Mann sich um Mietwagen kümmern! Ausserdem um neuen Termin in Werkstatt! Tat er dann auch! Mietwagen wird zur Werkstatt gebracht, aber Termin, so die Werkstatt; nein, ein Termin hätte man erst in zwei Wochen! „Dann bin ich nicht da, muss arbeiten!“ sagte der Mann dem Mann von der Versicherung! „In zwei Wochen ist zu spät!“ sagte der Mann von der Versicherung dem Mann von der Werkstatt! „Ja dann heute!“ sagte der Mann von der Werkstatt! Ach , geht doch!!

Also, Wagen hinbringen, Mietwagen entgegennehmen und Abfahrt!

In 4-5 Tagen sei der Wagen fertig hieß es! Das war auch nötig, denn den Mietwagen hatten wir nur für 6 Tage! Ach ja, abholen müsse ich unser Auto dann, denn der Mann weilte zum Abholzeitpunkt in Los Angeles! Dienstlich, versteht sich! Toll!! Mit Kleinkind durch Mussafah irren wollte ich schon immer!! Als gefühlt einzige (auch noch blonde) Frau! Der Mietwagen würde dann wieder abgeholt werden vom Autohaus, sagt der Mann! Ich müsse nur 2h vorher bei der Mietwagenfirma anrufen!! Ja! Ich freute mich!! Aber nun gut!

An Tag 5 rief ich die Werkstatt an, ich wollte sichergehen, dass ich unser Auto am folgenden Tag abholen kann! Mietwagen musste dann schließlich zurück! Keiner hob ab! Nun gut, vielleicht nur Wocheendbesetzung, war ja ein Samstag! Dann Callcenter! Ja, man werde sich kümmern und mich gleich zurückrufen! 6 Stunden später, kein Anruf! Ich rufe wieder das Callcenter an! „Es geht um Folgendes (…)! Ich warte noch auf einen Rückruf!„Ah, I understand that! Wie war die Telefonnummer?“ „(05…)! „Aaaah, I understand that!! Ich werde eine Email schreiben und man wird Sie zurückrufen!“ „Ja, das sagten Sie bereits! Aber wie lange ist denn heut überhaupt jemand in der Werkstatt?“ „Aaah, I understand that! Until 5!“ „Ja, aber es ist jetzt 5.30 Uhr, wie soll mich denn dann heut noch jemand zurückrufen?“ „Ah, yes!! I understand that, Miss! Somebody will call you!“ „Ja, aber wann denn? Es ist ja keiner mehr da!“ „Yes, I understand!!!“ (Mein Güte, da hat aber einer ein breites Repertoire an Callcenter-Floskeln!!) „Also, ich ruf einfach morgen nochmal an!“ „Ah, I understand!! Ja, ich schicke eine Email und dann meldet sich jemand!“

Nun, man lese und staune! Natürlich kam bis zum nächsten Morgen KEIN Anruf! Dann also auf zur Schule, auf dem Weg wieder Werkstatt anrufen, Verpflegung für Lotje hatte ich sicherheitshalber schon eingepackt, Auto sollte ja eigentlich schon am Donnerstag fertig gewesen sein, so dass ich eigentlich schon nach der morgendlichen Schulfahrt in HorrorAbenteuerland aufbrechen und es hinter mich bringen wollte!

„Yes mam, da ist ein Meeting, aber ich ruf Sie in einer Stunde an, ob der Wagen fertig ist!“ Ich wollte ja jetzt nicht eine ganze Stunde warten im Auto mit Kleinkind! Gut, dann Callcenter anrufen, es musste doch irgendjemanden geben, der Ahnung hat!! „Ist Ihr Wagen ein Unfallwagen oder nur zur Durchsicht?“ „Unfallwagen!“ „Ah, die Nummer hierfür ist…!“

Ja, es gibt hier tatsächlich eigenen Abteilungen und Service-Center nur für Unfallwagen! Ist das in Deutschland auch so?? Weiß ich nicht, musste ich mich zum Glück nie mit beschäftigen, aber ganz ehrlich gesagt ist das für dieses Land und die hiesigen Verkehrs- bzw. Unfallverhältnisse eine eindeutig sinnvolle Idee!!

Gut, dann eben dort anrufen und Sprüchlein aufsagen! „Das Auto ist heute Nachmittag um 4 fertig!“ so die erhellenden Antwort! „Um 4???? Das geht nicht! Ich habe den Mietwagen nur bis mittags und der Wagen sollte schon Donnerstag fertig sein!“ „Lassen Sie mich nachsehen! ….Gut, dann können Sie es um 3 abholen!“ (hmm, „mittags“ ist anscheinend auch so eine kulturell auslegbare Definition..) „Nein! Der Wagen sollte schon Donnerstag fertig sein und ich brauche ihn MITTAGS!!“ „Ich melde mich in 5-10 Minuten!“

1 Stunde später klingelte das Telefon! „Der Wagen ist um 12 Uhr fertig!“ HA! „Super, danke!“

Dann also noch Mietwagenfirma zwecks Abholung benachrichtigen! Antwort: „Nein, Miss, heute geht nicht, wir sind nur zu zweit!“ Ja, ist klar!! „Ja, das ist mir aber egal, es war mit meinem Mann abgemacht, dass Sie den Wagen holen, ich kann ihn nicht zu Ihnen bringen!“ „Ja, aber wir sind hier heute nur zu zweit!“ „Da kann ich auch nichts für , ich kann den Wagen nicht bringen und ich brauche jemanden, der ihn abholt!“ „Ok, dann rufen Sie bitte an, wenn Sie bei der Werkstatt sind!“

Oh je, ich fand diese Leute immer SCHRECKLICH, die so arrogant auf etwas pochen, aber ohne dieses Auftreten wäre ich wahrscheinlich heute noch auf der Suche nach der kleinen Mietwagenbutze in Mussafah!!

Fuhr also frohen Mutes los und fand dank einer bekannten, sehr hilfreichen App tatsächlich recht schnell ans Ziel (es lebe das Internet!!!) und wollte nun also unser Auto entgegennehmen! Erstmal den richtigen „Schalter“ finden, denn wie erwähnt gibt es hier einen extra für reparierte Unfallwagen! Dort angekommen trug ich meinen Wunsch vor und…man staune!! Das Auto war noch nicht fertig!!

„Nein, erst heute nachmittag!!!“ „Aber ich habe einen Anruf bekommen, dass das Auto JETZT fertig sei!“ „Nein!!! Heute Nachmittag!!“ „Ich brauche das Auto aber JETZT, ich habe ein kleines Kind hier und der Mietwagen ist schon weg!“ Große Augen, dann „Moment…!“

Und schwupps, 10 Minuten später fuhr das Auto repariert und einstiegsbereit vor…

Was soll man dazu noch sagen??

Wohnen in Abu Dhabi

So! Nach langer Zeit möchte ich mich einmal zurückmelden mit einer kleinen Ausführung zum Thema „Wohnen in Abu Dhabi“!!

Wohnen in Abu Dhabi kann man sehr schön!! Wirklich! Wenn man sich erstmal an die Anordnung der meisten Unterkünfte, die sogenannten „Compounds“ gewöhnt hat, hat das durchaus etwas für sich! Compounds sind eigentlich ähnlich wie kleine Wohnsiedlungen, bestehend aus oft nur Häusern oder Appartementshäusern kombiniert mit Wohnhäusern! Diese Siedlungen sind dann zuerst mal optisch als zusammengehörig identifizierbar, da alle im gleichen Stil erbaut, und zum anderen mit einer Mauer (mit Schranke) von der Aussenwelt abgetrennt! Sie haben dann schöne Namen wie „Mushrif Gardens“ oder „Al Bateen Park“ oder „Al Reef“ !

Desweiteren kann man auch in Hochhäusern wohnen, die dann im Foyer von netten Wachmännern „beschützt“ werden. Diese nennen sich dann beispielsweise „Moontower“, „Shining Tower“, „Crystal Tower“! (Alles sehr klangvoll, wenn auch nicht immer den Vorstellungen entsprechend. Weder scheint der eine Turm besonders noch findet man Kristall in den Wohnungen! Vielleicht aber ist der Mond zu sehen vom ein oder anderen Fenster aus.. Aber ich will nicht kleinlich sein!)

Das hört sich jetzt alles sehr „bewacht“ an, ist aber an sich keine große Sache..Schranken und Türen öffnen sich ungefragt und man gelangt unbehelligt ans Ziel.

Ea gibt aber auch besonders strenge Wohnanlagen! Ein Fall ist mir da zum Beispiel bekannt, da kommt man sich fast ein wenig vor, als würde man in den Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses vordringen wollen! Erst der Eintrag in die Liste! Dann der Anruf des Sicherheitsmannes im entsprechenden Appartement. Wenn man hier nicht die genaue Nummer weiß, hat man zum Beispiel schon verloren! Ein weiteres Vordringen ist dann nicht mehr möglich!

Sollte aber die Zielperson telefonisch erreichbar sein und dazu noch sein Ok geben, so kann man in den Fahrstuhl steigen! Aber nicht in IRGENDEINEN Fahrstuhl! Nein! In den vom Sicherheitspersonal dafür angeforderten. Und NUR in den! Ich habe neulich mal den Fehler gemacht und bin einfach in einen grade ankommenden eingestiegen, in dem auch schon eine andere Dame stand, die offensichtlich dort wohnte und wurde umgehend vom Sicherheitspersonal aufgefordert, den Fahrstuhl wieder zu verlassen! In den benachbarten, leeren Fahrstuhl durfte ich nun hinein! Und auch nicht ich selber konnte den Knopf für die entsprechenden Etage drücken, das konnte nur der Sicherheitsmann von seinem Tischchen aus tun! Gott bewahre, dass ich am Ende noch in einer ANDEREN Etage als der mühsam genehmigten aussteigen würde! Was da alles passieren könnte!!

Nun fragt man sich, warum um Himmels Willen man jetzt so einen Aufstand veranstaltet, ich besuche da nur ganz normale Menschen und in Reiseführen liest man, dass die UAE eines der sichersten Länder weltweit seien!

Aber, so hörte ich, nachdem ich mich etwas genervt-amüsiert über diese Vorgehensweise äußerte, „man fühle sich schon sehr sicher dadurch!“ Naja, wem´s gefällt!!

Wie auch immer! Man kann also sehr schön wohnen!! ABER!!!, dass muss man sich auch erstmal leisten können!

In der Regel wird für die Unterkunft hier, je nach Job natürlich, vom Arbeitgeber gesorgt! Die Firma zahlt, so ist es hier meist üblich, eine sogenannte „Housing Allowance“ (Mietzuschuss) oder stellt „Company Housing“ (also Wohnungen, die von der Firma für Firmenangehörige angemietet wurden!) zur Verfügung!Diese Mietzuschüsse sind hier allerdings von Firma zu Firma sehr variabel, sagen wir mal so! Da kann man Glück haben und sich in der 500qm Villa mit Privatpool niederlassen oder man hat vielleicht etwas weniger Glück und muss ein wenig aufs Geld achten!

(Grundsätzlich ist es aber so, dass man einen festen Satz bekommt und über diesen frei verfügen kann. Bei den sparwütigen Singles mancher, viel „reisenden“ Berufsgruppen“ kann das so aussehen, dass diese auf eine feste Wohnung komplett verzichten und im Hotel wohnen. Gehen sie auf Reisen, checken sie dann aus und stellen ihre Habseligkeiten in einer Abstellkammer unter. Sind Eheleute bei einer Firma angestellt, bekommen diese die Housing Allowance oft nur einmal ausgezahlt, was, so hört man zumindest ab und an, dazu führt, dass die beiden sich offiziell scheiden lassen und in vermeintlich getrennten Wohnungen wohnen, um einen zusätzlichen Mietzuschuss auf dem Konto gutschreiben zu können..)

Nun aber mal angenommen, man arbeitet bei einer Firma, die jetzt nicht unbedingt die höchste Housing Allowance zahlt und der es auch relativ egal ist, ob man Kinder dabei hat, die verzogen genug sind, ein eigenes Zimmer zu beanspruchen, dann kann dieses Thema „Wohnen“ von einem schönen zu einem recht nervigen und vor allem jährlich wiederkommenden Problem werden!Natürlich informiert man sich im Zuge einer geplanten „Auswanderung“ über solche Dinge, um vor bösen Überraschungen a´la „Goodbye Deutschland“ geschützt zu sein. Man erkundigt sich über den zu erwartenden Mietzuschuss und die vor Ort üblichen Mieten! Man stellt schnell fest, dass man vielleicht nicht unbedingt die 500qm Villa beziehen kann, aber als normal bescheiden ist man ja auch mit einer netten kleinen Wohnung und Strandzugang zufrieden!

Man packt also seine Koffer und möchte nun ein paar Monate später ein dieser netten kleinen Wohnungen beziehen, die doch vorher noch so bezahlbar erschienen und wundert sich plötzlich!

Denn in der Zwischenzeit trug sich Folgendes zu:Es wurde ein neues Gesetz erlassen, das alle in Abu Dhabi Arbeitenden dazu verpflichtete, auch in Abu Dhabi zu wohnen!Bis zu dem damaligen Zeitpunkt wohnten nämlich viele der in Abu Dhabi arbeitenden Menschen im nur knapp eine Stunde entfernten Dubai!Etwas günstiger, größer, moderner!                     Offiziell wollte man damit das Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen verringern und somit die Zahl der Unfälle!  In erster Linie, wenn ich mir diese schmutzige kleine Unterstellung erlauben darf, dürfte es aber darum gegangen sein, die Wohnungen und Häuser in Abu Dhabi zu füllen!

Plötzlich gab es also ein große Nachfrage nach Wohnraum, was natürlich ZUFÄLLLIG zu einem extremen Anstieg der Mieten führte! Um mal ein paar Zahlen zu nennen: kostete eine 3-Zimmer- Wohnung bei der Erstbesichtigung im Februar 2013 noch ca. 35.000 Euro im Jahr (nach derzeitigen Umrechnungsfaktor) und lag damit im Budget, waren es im Herbst auf einmal 45.000 Euro, die in so manch einem Falle nicht mehr bezahlbar waren!!

Was also tun, wenn man ja nun schon mal da ist, eine Unterkunft braucht und alle mit dem gezahlten Zuschuss bezahlbaren Wohnalternativen für eine 5-köpfige Familie die Gefahr bergen, dass man sich einen Strick nehmen oder zumindest eine Wüstendepression entwickeln wird?? Man zahlt aus eigener Tasche drauf! Es könnte natürlich sein, dass dieses nicht ganz dem Plan entspricht, mit und wegen dessen man in dieses Land gegangen ist, denn dem ein oder anderen könnte es dabei ganz einfach nur um den schnöden Mammon gegangen sein!

Denn seien wir mal ehrlich, Abu Dhabi ist nicht New York oder Syney, Schweden, Florida oder von mir aus Mallorca oder wohin es den gemeinen Auswanderer sonst noch so treibt! Schön für eine Woche Urlaub, aber darüber hinaus gibt es ja nun wirklich lohnenswertere Orte, für die man den Aufwand betreibt, Sack und Pack, Kinder und Koffer zu packen, Freunde und Familie zu verlassen und übergangsweise ein neues Leben anzufangen! Nun hat man sich also dazu entschlossen, richtet sich ein für die, so glaubt man naiverweise, nächsten 2-3 Jahre und dann erscheint ein weiteres Problem auf der Bildfläche:

Denn hat man gemietet, landesüblich erstmal für ein Jahr, erhält man nach Ablauf dieses Jahres eine ebenfalls sehr übliche Mietsteigerung! Möchte man also länger in der Wohnung bleiben, muss man diese gleich mit einkalkulieren! Auch hier gab es mal ein Gesetz, das besagte, die Steigerung dürfe 5% nicht übersteigen! Aber was soll ich sagen?? Auch dieses Gesetz wurde kurzerhand geändert! Es darf gesteigert werden, wie es beliebt! Das Geld reicht dann natürlich erst recht nicht mehr!

Dann soll man eben umziehen, mag jetzt der ein oder andere denken! Wäre eine Möglichkeit, das stimmt! Diese ist aber nur bedingt interessant, betrachtet man a) die Tatsache, dass man eventuell Kinder dabei hat, die man nicht jährlich aus ihrem grade gewohnt gewordenen Umfeld reißen möchten und b) die schnöde Tatsache, dass Umziehen hier auch mit großen Kosten verbunden ist! Es wird grund-sätzlich IMMER etwas von der Kaution abgezogen, man zahlt Courtage für die neue Wohnung und auch der Umzug kostet! Mal eben einen Anhänger ausleihen und alle Freunde zusammentrommeln, die bei 45 Grad im Schatten Kisten schleppen und sich dafür mit Pizza und einem Kasten Bier entlohnen lassen, klappt hier nicht so!

Aber damit nicht genug!

Ganz davon abgesehen gibt es hier ein weiteres hübsches Druckmittel, denn die Wohnung kündigen muss man ca. 6 Wochen vor Vertragsende, einen neuen Vertrag unterschreiben kann man aber in der Regel erst 3 Wochen vor Einzug! Ruft man jetzt einen Makler an und erklärt diesem, man suche eine Wohnung, die man in etwa 2 Monaten beziehen möchte, kann man das milde Lächeln des Gesprächspartners über die eigene Naivi- und Absurdität förmlich durch den Hörer hören!!

Und der Wohnungsmarkt ist knapp! Es gibt durchaus Phasen, in denen es einfach nichts gibt!Zumindest nichts, was zu einer Verbesserung der Wohnsituation beitragen würde! Und darum sollte es bei einem Umzug dieser Art ja eigentlich gehen! Also ist es durchaus möglich, dass man sich plötzlich in einer Situation wiederfindet, in der man trotzdem draufzahlt! Irgendwo muss man schließlich wohnen!

Ja, so sieht es aus, liebe Leser, die Ihr vielleicht mit dem Gedanken spielt, mal ein Weilchen vom ölgetränkten Kuchen zu naschen und Euch die Taschen mit den Krümeln vollzustopfen!!

So schnell kann man gar nicht gucken, wie einem die Krümel hier wieder abgenommen und vom Wüstensand davongetragen werden!!

Ich werde mich jetzt ersteinmal wieder verabschieden und den Blick auf die Baustelle nebenan genießen..wer weiß, wie lange wir uns DEN noch leisten können!!

Mit Sicherheit „nicht“..

Also, jetzt sei nur mal kurz mein Unverständnis ausgedrückt!!!

Gestern und vorgestern und den Tag davor (und davor und davor und…) haben mich auf dem täglichen Weg Richtung Stadt, Kindergarten und Co. jede Menge Autos überholt!! Ist an sich nicht sonderlich aufregend, kann ja auch mal dem besten Autofahrer passieren! Aber was man in diesen Autos immer wieder sieht, ist mir einfach unbegreiflich!!

Ich schrieb hier bereits darüber, doch muss ich mich nochmal wiederholen, weil es einfach nicht in meinen Kopf reingeht!! Wovon ich denn nun spreche?? Von der Eigenart der hiesigen Bevölkerung, Sinn und Zweck einer Anschnallpflicht für Kinder komplett zu ignorieren!! Babies auf dem Arm, Kleinkinder vorne auf dem Schoß, sei es beim Fahrer oder dem Beifahrer, turnend, kletternd, irgendwie zwischen Vorder- und Rückbank eingeklemmt am CD-Player rumhantierend, sich prügelnd oder kitzelnd etc. und das Ganze bei einem Fahrverhalten, dass den Anblick von Unfällen zur absoluten Normalität hat werden lassen!!

Ich kann da immer gar nicht hingucken, weil gleich das Kopfkino startet und ich beim nächsten abrupten Bremsvorgang das Kind mit dem Kopf gegen oder durch die Scheibe fliegen oder vom Airbag zerquetscht vor mir sehe!!

„Aber früher sind wir auch alle so gefahren und wir haben es überlebt!!“ mag der ein oder andere jetzt denken, aber zugegebenermaßen ist man jetzt doch schlauer und kann es besser machen, oder etwa nicht??

Und ja, in anderen Ländern stapeln sie ihre 5 Kinder samt Ziege und Einkaufstüten auf einem Motorroller, aber wir sprechen hier ja von einem der reichsten und, zumindest was Technik angeht, modernsten Ländern der Welt!! Alles hier ist superlativ!! Die schnellste Achterbahn der Welt, das (noch) höchste Bauwerk der Welt, der höchste Fahnenmast der Welt (ja, immerhin!!) und so weiter und so weiter!! Da sollte man doch annehmen, dass auch so bahnbrechende Erkenntnisse wie „ein Kind sollte im Auto angeschnallt werden!“ schon in die Köpfe der Menschen vorgedrungen sind!! Stattdessen wird, wie schon erwähnt, im Kino Werbung fürs Anschnallen gemacht, erfolglos, wie man leider sagen muss und im Krankenhaus wird den Eltern nach der Geburt eines Kindes eine Babyschale GESCHENKT!! Mit dem notwendigen Hinweis, dass dies aber bitte für den sicheren Transport des Babys gedacht sei, nicht für den der Geschenke und Blumensträuße!!

In Bosses Kindergartengruppe geht ein Junge aus den Emiraten und dessen Mutter war neulich ganz aufgeregt, als sie unsere brav hinten angeschnallten Kinder sah! „Guck, Mohammed!! Guck, wie toll die Kinder angeschnallt sind!!“ Ah, immerhin!!! Aber: „Ja, wir haben ja auch so einen Sitz, aber der Kleine mag einfach nicht darin sitzen..!!“ Na dann..

Woran man merkt…

..dass man tatsächlich jetzt in einem ganz anderen Land lebt:

Blau/gelbes Möbelhaus!! Weihnachten steht vor der Tür! Ida hat laaaaange gejammert und gebettelt und einen besonders schönen Wunschzettel gemalt, so dass wir entgegen unserer Überzeugung „Es besteht absolut und unumstößlich kein Bedarf an weiteren Kuscheltieren!“ den Wunsch nach dem groooßen, sooo süßen Stoffhund, den „Ich aber uuuunbedingt haben muss!!“ erfüllen möchten!!

Nun ergibt sich folgendes Problem: Gewünschter Stoffhund ist nicht da!! Was tun? Verkäuferin fragen!!

„Entschuldigung, Sie hatten da noch vor ein paar Wochen diesen großen Stoffhund!! Gibt es den noch??“

„Ja, den bekommen wir wieder rein!“ (Hoffnungsschimmer meinerseits!!)

„Wann denn? Wird das noch was vor Weihnachten??“

„Wann ist denn Weihnachten??“